„Voller Bauch studiert nicht gern“ und „In einem gesunden Körper steckt ein gesunder Geist“ – zwei Sprichwörter, die nur zu gut beschreiben, dass Konzentration und geistige Leistungsfähigkeit nicht isoliert betrachtet werden können, sondern eng mit der körperlichen und auch seelischen Verfassung zusammenhängen.
Die Konzentrationsfähigkeit Ihres Kindes lässt sich durch eine ganze Reihe von Faktoren fördern und steigern – und zwar auf ganz natürliche Weise:
- Achten Sie darauf, dass Ihr Kind ausreichend schläft. Denn gut ausgeruht lassen sich anstrengende Tage am besten meistern.
- Ermöglichen Sie Ihrem Kind Erholungsphasen zum Auftanken. Es braucht Ruhephasen, in denen es einfach mal nur spielen oder träumen kann.
- Gestalten Sie die Freizeit so, dass Ihr Kind dort einen Ausgleich zur Schule findet. Geben Sie Ihrem Kind die Möglichkeit, seinen Bewegungsdrang nachmittags auszuleben, damit es ihm in der Schule leichter fällt, ruhig zu bleiben und zur Aufmerksamkeit zu finden.
- Legen Sie feste Zeiten für Fernsehen und Computerspiele fest und begrenzen Sie diese auf ein Minimum.
- Neue Impulse und Anreize motivieren Ihr Kind und bringen Kraft und Energie.
- Achten Sie auf eine gesunde Ernährung und genügend Bewegung, vor allem an frischer Luft.
- Legen Sie Wert darauf, dass Ihr Kind bei guten Lichtverhältnissen arbeitet oder auch spielt – möglichst bei natürlichem Tageslicht.
Stress abbauen durch Bewegung – und damit den Kopf frei machen für mehr Konzentration
Bewegung ist ein wichtiger Ausgleich für geistige Aufgaben: Im Schulsport und in den Pausen kommt das Toben oft zu kurz – umso wichtiger ist, dass Ihr Kind in seiner Freizeit seinem Bewegungsdrang nachgeben kann. Dies beginnt schon bei der Gestaltung des Kinderzimmers: Höhlen, Berge und Seen aus Kissen oder einem Kriechtunnel regen die Phantasie an. In Bällen, Tüchern oder einem kleinen Trampolin stecken viele Möglichkeiten, sich zu bewegen. Ganz wichtig jedoch: Achten Sie darauf, das Zimmer nicht „vollzuräumen“ und bieten Sie nicht alle Spielmöglichkeiten auf einmal – denn dann nehmen Sie ihnen den Reiz des Neuen und Besonderen.
Ermuntern Sie Ihr Kind außerdem zur Bewegung an der frischen Luft: Dies steigert den Spiegel des „Glückshormons“ Serotonin, was wiederum das Lernvermögen positiv beeinflusst. Auch können Sie Spaziergänge und Ausflüge mit etwas Kreativität spannender gestalten: Sie können unterwegs zum Beispiel mit Ihrem Kind Blüten oder Steine sammeln und zuhause damit basteln oder aber spannende Ziele für eine Wanderung setzen. Außerdem müssen Sie nicht immer tagsüber spazieren gehen: Spaziergänge in der Dämmerung oder eine Nachtwanderung bieten spannende Abwechslung.
Die richtige Sportart – sorgfältig auswählen und dann durchhalten!
Wenn sich Ihr Kind für eine neue Sportart interessiert, sollte es diese zunächst zur Probe trainieren – und zwar mindestens dreimal. Danach sollten Sie zusammen mit Ihrem Kind sorgfältig entscheiden, ob es diese ernsthaft weiterverfolgen will: Zumindest ein halbes Jahr sollte Ihr Kind dann durchhalten. Natürlich wird es auch Motivationsdurchhänger haben, doch diese Erfahrungen muss es überwinden: Mit Niederlagen umgehen zu lernen stärkt die psychische Ausdauer.
Immer mehr Schulen kooperieren zudem mit Vereinen vor Ort oder sind aufgeschlossen für neue Ideen. Oftmals können sich Eltern zusammentun: Der ein oder andere Elternteil ist vielleicht selbst aktiv oder kennt Partner, die bei der Betreuung einer Fußball-, Tanz-, Tennis- oder Schwimm-AG mitmachen würden.
Ängste erkennen, Verständnis zeigen – und sein Kind motivieren
Wenn es in der Schule nicht läuft, steigt bei vielen Kindern die Angst vor verärgerten Reaktionen der Eltern. Unterschwellige Kommentare und die Angst vor „Liebesentzug“ untergraben die Motivation des Kindes ebenso, wie Vergleiche: Dass der Bruder es doch auch geschafft hat und der Vater das gleiche zu seiner Schulzeit „mit links“ gemacht hat, erhöht die Frustration. Gleichzeitig wächst der Druck vor der nächsten Aufgabe oder Klassenarbeit.
Bei Schwierigkeiten in der Schule sind meistens Eltern als Psychologen und Motivatoren gefragt: Einerseits geht es darum, Angstsymptome des Kindes zu erkennen, andererseits darum bei seinem Kind Optimismus heraus zu kitzeln: „Immer vergesse ich so vieles, was ich gelernt habe“ ist eine typische Reaktion – fragen Sie Ihr Kind dann aber, an was es sich erinnern konnte und warum ihm dies leichter gefallen ist. Denn Anerkennung für das Erreichte ist die beste Motivation.
Anzeichen für Stress – und Hinweise für Eltern, dass ihr Kind Ansprache benötigt
- Weinen
- Schlafstörungen, Albträume
- Aggression, Wut
- Klassenclownerie
- Rückzug von Klassenkameraden
- Mangelndes Selbstvertrauen („das kann ich nicht“, „das ist zu schwer“)
- Konzentrationsprobleme